
1998 hat die Stadt von dem Künstler Wolfgang Knorr und dem Stifter Heinrich Wemhöner
ein Denkmal bekommen, das diesen Status darstellt:
14 schlanke Basaltstelen stehen für die hochadeligen Stiftsdamen, 4 Sandsteinquader für die
Kleriker der Abtei, die Wochenherren.
An die Spitze des Konvents - in Richtung Münster und Rathaus - als Figuren die Hohe Frau
von Herford, die Äbtissin, und der Bürgermeister der Stadt.
Die Äbtissin wendet der Münstergemeinde ihren gewichtigen höchstdero Allerwertesten zu -
als Quittung für das Verschmähtwerden durch sie ? Sollte sie doch nicht auf ihrem Grundstück zu stehen kommen. Die Äbtissin hat ein Buch in der Hand, die aufgeschlagenen
Seite zeigt den Grundriss der Münsterkirche. Vor ihr auf dem Postament die ersten Zeilen
des Herforder Rechtsbuchs von 1375: "Herford is eyn edel stichte" ; hinter ihr ein Wappen
der Abtei aus dem 18. Jahrhundert. Am Fuße winden sich Schlangen und Gewürm,
" dämonisierte Wodanstiere", deren Überwindung durch die christliche Gründung Waltgers
am Anfang der Stiftsgeschichte und damit auch am Anfang der Entwicklung der Stadt steht.
Letztere in der Gestalt des Bürgermeisters neben der "Frau von Herford", aber sekundär aus
ihr herauswachsend, daher gehalten von ihr, kleiner ( und erst später zu gleicher Größe
heranwachsend ). Der Bürgermeister hält in seinen Händen das Rathaus - Herford hatte in der
Mitte des 13. Jahrhunderts als eine der ersten deutschen Städte das Bürgermeisteramt eingeführt -, dazu die ehemalige Pilgerkirche St. Jakobi und die Bürgerkirche St. Johannis.
Hinter ihm das Wappen der Stadt von Rats- und Marktkirche St. Nikolai am Alten Markt
(etwa 1550).
Weil Stift und Stadt Herford unmittelbar unter Papst und Kaiser standen, sind diese auf der
gegenüber liegenden Seite von Äbtissin und Bürgermeister in entsprechender Anordnung
dargestellt, als geistliche und weltliche Gewalt des christlichen Abendlands, als sacerdotium
und imperium, als - neuzeitlich ausgedruckt - Kirche und Staat, die im Unterschied zum
byzantinischen Cäsaropapismus der östlichen, orthodoxen Christenheit die 2 Brennpunkte
bilden:
der Papst mit seinen Insignien
der Kaiser mit seinen Insignien
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